Das waren noch Zeiten...

«Z'Wange blybt me hange»

Flüchtlinge aus Polen

1981–1983 herrschte in Polen das Kriegsrecht. Das war eine Massnahme des Regimes der Volksrepublik Polen unter Wojciech Jaruzelski, um die Demokratiebewegung der Gewerkschaft Solidarność zu zerschlagen. Es war mit der Militarisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Medien, der Aufhebung von Bürgerrechten sowie einer das ganze Land erfassenden Verhaftungs- und Repressionswelle verbunden. Tausende Polen flüchteten in jener Zeit um einer Verhaftung oder Internierung zu entkommen.

Damals wurden auch in der Schweiz viele Polen- Flüchtlinge aufgenommen. Anfangs Mai 1982 sind die für Wangen und Neuendorf bestimmten Flüchtlinge aus Polen (von Österreich kommend) mit einem Extrazug am Bahnhof Olten eingetroffen.
Unter der Leitung von Max Berchtold (Beauftragter des Roten Kreuzes, ganz links im Bild) nahmen die Betreuer aus Wangen und Neuendorf die beiden miteinander verwandten Familien in Empfang.
Mit dem wenigen Handgepäck dislozierten die Familien mit ihren Betreuern in ein Restaurant nach Wangen zu einem feinen Mittagessen. Max Berchtold und Gemeindeammann Roman Pfefferli hiessen die Familien in ihrer neuen Heimat willkommen. Mit bewegten Worten dankten die Flüchtlinge für den netten Empfang und die angebotene Hilfe.
In der neuen Wohnung in Wangen v.l.n.r.: Elly Stettler, Gemeinderätin; Mutter Janina Mleczko; Ryszard Mlezcko; Arlette Kissling, Betreuerin und Elzbieta Mleczko. Die 3- Zimmer-Wohnung konnte ausnahmslos mit Spenden aus der Dorfbevölkerung eingerichtet werden. Die meisten Kosten übernahmen der Bund und verschiedene Hilfswerke.

Flüchtlinge aus Polen (PDF)


» zum Archiv


Text und Bilder: Ruedi Leuenberger